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Die Geschichte der Insel - Die Venus von Milo - Mehr Geschichte - Wirtschaftliche Geschichte
 

Reise in die Geschichte

Die Zeiten des Mythos
In der Überlieferung gibt es für die Insel Milos viele Namen: Byblis, Gorgis, Melas, Memblis, Mimmalis, Zephyria, Akytos. Der vorherrschende Name aber ist «Milos», nach dem Gründer der Siedlung Milos, Held aus einem Königsgeschlecht, den die Göttin Aphrodite von Zypern nach Milos gesandt hatte.

Vertreten wird auch die Auffassung, dass der Name der Insel von dem vorgriechischen Wort «BELOS» in Verbindung mit dem altgriechischen «MELON» (Schaf) kommt. Viel wurde über die Bewohner der Insel gesagt und geschrieben: sie seien Karer oder Phönizier gewesen. Nichts davon kann bewiesen werden. Historisch gesichert ist jedoch, daß Milos von Dorern bewohnt wurde, die vom Peloponnes kommend, sich zwischen 975 und 800 v. Chr. dort niederließen.

Jungsteinzeit (7000-2800 v. Chr.)
Diese Epoche verdankt ihren Namen der Tatsache, dass die Menschen Waffen und Werkzeuge aus entsprechend verarbeiteten Steinen verwendeten. Sie wohnten in Hütten aus Schilf oder Zweigen, die sie mit rotem Lehm bestrichen. Die Jungsteinzeit beginnt um ca. 7000 v. Chr. und dauert bis 2800 v. Chr.. Es gilt als gesichert, daß Milos nicht nur bewohnt war, sondern dass die Insel reicher und blühender als ihre Nachbarn war, denn ihre Bewohner verfügten im Überfluss über den wichtigsten Rohstoff dieser Zeit. Dieser Rohstoff war der OBSIDIAN, ein vulkanisches Gestein von schwarzer Farbe, das wegen seiner Härte und seines glasartigen Aussehens auch Gesteinsglas genannt wird. Die Bewohner von Milos hatten sich nicht nur auf die Verarbeitung dieses Gesteins spezialisiert, sondern sie exportierten es auch.

Werkzeuge, kleine Messer, Speer- oder Pfeilspitzen, die aus Obsidian aus Milos gefertigt waren, wurden auf dem Peloponnes, auf Kreta, in Ägypten und anderswo gefunden. Das kann mit Sicherheit behauptet werden, da der Obsidian, den wir in anderen Regionen Griechenlands, wie z.B. auf Ikaria, vorfinden von anderer Beschaffenheit ist. Die Obsidianvorkommen von Milos liegen in Nychia, nordwestlich von Adamas und in Demenagaki auf der Ostseite der Insel. Auf der ganzen Insel und besonders in der Nähe von neusteinzeitlichen Siedlungen oder Werkstätten finden sich Stücke, Werkzeuge oder Reste der Bearbeitung des Gesteins.

Die Bronzezeit. (2800-1100 v. Chr.)
Im dritten Jahrtausend v. Chr. wurde die Bronze entdeckt. Dieses Metall wurde in erster Linie zur Herstellung von Werkzeugen, Waffen oder Statuen verwendet, weil es verhältnismäßig einfach zu gewinnen und zu verarbeiten ist.

Die Bewohner von Milos importierten Bronze und ihre Verwendung beeinflusste auch ihre Existenzform. Zur selben Zeit werden auch die ersten Häuser erbaut, deren Ruinen zwischen 1896 und 1899 von den englischen Archäologen Smith und Hogarth bei den Grabungen in Phylakopi freigelegt wurden. Während dieser Epoche zeigt Milos eine erste Blüte und wird zum wichtigsten Zentrum der kykladischen Kultur. Wandbemalungen, Keramik und Gebrauchstöpferei zeigen, dass Milos in diesen Zeiten eine reiche Insel mit entwickelten Beziehungen zu ihnen Nachbarn war. Beispiele dieser Blütezeit sind heute in den Museen von Athen und Milos zu sehen.
Die Entwicklung dieser Kultur und die Ergebnisse der archäologischen Grabungen in der prähistorischen Stadt Phylakopi sollen im folgenden dargestellt werden.

Beginn der Besiedlung (3300-2300 v. Chr.)
Von der gerade erst beginnenden Phase des Hausbaus sind nur noch wenige Spuren erhalten. Es wurden Gefäße aus Ton gefunden. Die Handelsbeziehungen zu anderen Kykladeninseln wie Syros sind bereits entwickelt.

Phylakopi I (2300-2000 v. Chr.)
Epoche der ersten Siedlung
Alle Häuser dieser Epoche sind bereits aus Stein. Eine ansatzweise Stadtplanung ist festzustellen, während gleichzeitig der Friedhof der Stadt relativ groß und organisiert ist. Die Handelsbeziehungen, besonders der Export von Obsidian, blühen.

Phylakopi II (2000-1600 v. Chr.)
Epoche der zweiten Siedlung
Die Siedlung verbleibt ungefähr in der Gestalt der vorhergehenden Epoche. Stadtmauern sind noch nicht vorhanden. Die Keramik hat sich entwickelt und einen verfeinerten Charakter mit komplizierteren dekorativen Elementen erreicht. Parallel dazu wird Kreta, die bestimmende Macht im Raum der Ägäis, zu einem wichtigen Handelspartner. Diese Periode endet mit der Zerstörung von Phylakopi. Man nimmt an, dass Feinde die Stadt niederbrannten, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Anzeichen von Feuer und Zerstörung sind an fast allen Häusern und am Hausrat festzustellen.

Phylakopi III (1600-1400 v. Chr.)
Epoche der dritten Siedlung
Die Siedlung wird rasch mit einer neuen Aufteilung erbaut. Diese dritte Stadt erhält große, imposante Mauern zum Schutz vor Feinden. Sie erreichen eine Stärke von 6 m und in der Nähe des Stadttors von 9 m. Der Grundriss der Stadt wurde völlig verändert. Die Häuser sind rechteckig, zwischen ihnen befinden sich parallele Straßen. Es gibt Treppen, die auf verschiedene Ebenen führen, wahrscheinlich in zweistöckige Gebäude. Im nordwestlichen Teil erhebt sich ein großes Gebäude, möglicherweise für öffentliche Zwecke. Man importiert minoische Keramik, die die einheimische beeinflusst. Die Töpfer Kretas werden so zu Lehrmeistern für die Töpfer aus Milos. Die Gefäße werden mit Motiven aus der Natur verziert: Pflanzen, Vögel, Delphine. Viele Räume sind mit Wandmalereien ausgestattet.
Auch diese Periode endet mit der Vernichtung der Stadt durch Feinde von außen.

Phylakopi IV (1400-1100 v. Chr.)
Epoche der vierten Siedlung
Die Bewohner der Insel erbauen die Stadt von neuem und verstärken ihre Befestigungen, obwohl der Feind, wahrscheinlich die Mykener, noch immer anwesend ist. Ein starker Einfluss der mykenischen Kultur ist festzustellen. Nordöstlich des großen Gebäudes wird nun ein Haus mit beachtlichen Ausmaßen für den Herrscher der Stadt erbaut. Im Süden der Stadt wird ein Heiligtum gegründet, ähnlich denen, die in Mykene und Tyrins gefunden wurden. Die meisten Funde aus dieser Periode sind mykenisch oder zeigen zumindest starken mykenischen Einfluss. Der Untergang der minoischen Kultur beginnt. Die Kleinplastik befindet sich auf ihrem höchsten Stand und Idole aus Ton werden in großen Mengen hergestellt. Plötzlich endet jedoch die Herstellung der Kleinplastik, die Bewohner verlassen aus uns unbekannten Gründen die Stadt. Heute befindet sich aufgrund des Absinkens des Bodens der größte Teil der Stadt unter dem Meeresspiegel.

Archaische Epoche
Nachdem die Bewohner die Stadt Phylakopi endgültig verlassen haben, erscheint auf der Landkarte von Milos eine neue Stadt. Es handelt sich um das heutige Klima. Sie liegt in einem Gebiet, das sich vom Meer in nordöstlicher Richtung bis zum Dorf Trypiti und in nördlicher Richtung bis an den Rand der heutigen Inselhauptstadt Plaka erstreckt.
Neben der natürlichen Befestigung, über die das Gebiet verfügt, wurde aufgrund der Erfahrungen vorhergehender Jahrhunderte sofort auch eine Stadtmauer erbaut.
Der Bau der neuen Stadt beginnt ab 1000 v. Chr. und fällt mit dem Vormarsch der Dorer zusammen, die die Bewohner der Insel unterwerfen. Bereits nach wenigen Jahren identifizieren sich die Bewohner von Milos mit den neuen Siedlern und von nun an rühmen sie sich, Dorer zu sein. Die Künste entfalten sich, und die Keramik gelangt zur Perfektion. Die einzigartigen Amphoren aus Milos sind bewundernswert.

Klassische Epoche
An den Perserkriegen nahm Milos auf der Seite der Griechen teil. Man wirkte an der Seeschlacht von Salamis und 480-479 v. Chr. an der Schlacht von Plataiai mit. Während des Peloponnesischen Krieges versuchte Milos, eine neutrale Stellung beizubehalten, wodurch jedoch die eigene Unabhängigkeit gefährdet wurde. Im Jahre 426 v. Chr. unternimmt Athen Anstrengungen, die Insel zu unterwerfen, weil sich Milos beharrlich weigerte, dem Attischen Seebund beizutreten. Athen entsendet sechzig Trieren und zweitausend Soldaten unter dem Befehl des Feldherrn Nikias plündern die Insel, ohne dass sich die Bewohner von Milos beugen. So fährt Nikias mit seiner Flotte unverrichteter Dinge wieder ab.

Im Jahre 416 v. Chr. rüstet Athen eine neue Expedition mit 38 Trieren und 3020 Soldaten unter Kleomides und Tisias gegen Milos aus. Man weiß nunmehr, dass ein Krieg gegen Milos nicht einfach zu gewinnen ist und versucht, Milos zur Aufgabe zu drängen. Verhandlungen zwischen den siegessicheren Besetzern und den sich verteidigenden Besetzten bringen kein Ergebnis, weil die Bewohner von Milos fest an ihre Freiheit und Autonomie glauben. Daraufhin beginnt die Belagerung der Stadt, die von den Bewohnern von Milos zweimal heroisch durch­brochen wird, um die nötigen Lebensmittel zu beschaffen. Unter Philokrates wird von Athen eine neue Verstärkung entsandt. Anfang des Jahres 415 v. Chr. «gelingt» aufgrund eines Verrats den Athenern die Zerstörung der Stadt, die Ermordung der Greise und der Verkauf der Frauen und Kinder als Sklaven.
Alle Bewohner von Milos, die dieses Gemetzel überlebt hatten, kehrten nach der Niederlage Athens gegen Sparta bei Aigospotamoi im Jahre 405 v. Chr. nach Milos zurück und vertrieben die 500 Athener Kolonisten (Kleruchen). Nach und nach begannen sie , ihre zerstörte Stadt wiederaufzubauen.

Die Zerstörung der Stadt wurde durch die Athener Intelligenz verurteilt, die dieses traurige und unmenschliche Ereignis anklagte.
Thukydides, der wichtigste Historiker jener Zeit schrieb unter dem Eindruck der Zerstörung von Milos einen Dialog zwischen Athenern und den Bewohnern der Insel, der zu Recht als «der vielleicht berühmteste fiktive Dialog in einem historischen Werk» charakterisiert wurde. Dieser Dialog (Die Geschichte des Peloponnesischen Krieges V, 84-116) belegt die Aussage des großen Athener Historikers, dass sein Werk ein «ewiger Wert» sei.

Hellenistische Epoche
Von jetzt an deckt sich der Verlauf der Geschichte von Milos mit der Geschichte Griechenlands und der anderen Inseln. Nach der Schlacht von Chaironeia (388 v. Chr.) untersteht die Insel der Herrschaft der Makedonen, später der Diadochen Alexanders des Großen, zuerst der Antigoniden, dann der Ptolemäer von Ägypten. Es ist eine Zeit der Ruhe und des Friedens für Milos und so können sich die Künste und der Handel mit Bodenschä­tzen entfalten.

Blüte und Wohlstand der Insel sind ablesbar an den Kunstwerken (Venus von Milo: Louvre, Poseidonstatue: Archäologisches Museum, Athen, Reiterstandbild: Archäologisches Museum, Athen), die damals die öffentlichen Gebäude schmückten und die wir heute in den Museen bewundern können.

Die Epoche der Römer
Bis auf wenige Ausnahmen besteht Frieden. Handel und Künste befinden sich weiterhin auf einem Höhepunkt. Statuen von Würdenträgern und Militärs, Büsten und kaiserliche Münzen belegen den Verlauf des kulturellen Lebens auf Milos während der Römerherrschaft. Das Zentrum der Stadt verlegt sich nach Norden in das Gebiet von Tramythia, wo 1896 auch das berühmte Mosaik (19 X 5,4 m) gefunden wurde, das sich am Boden des Dionysosheiligtums befindet. Weinstöcke, Fische in einem See, Vögel und ein wildes Tier bezaubern den Betrachter durch Komposition und Farbenzusammenstellung. In der Nähe befand sich die Büste eines Dionysospriesters, die heute im Museum der Insel untergebracht ist. Zur gleichen Zeit entstand auch das Theater. Es wurde aus Marmor gebaut und ist so gelegen, dass sich dem Besucher ein unvergleichlicher Ausblick bietet. Sieben Sektoren und sechs Aufgänge sind gut erhalten. Das Theater wird als Beispiel des regen kulturellen Lebens in den damaligen römischen Provinzen betrachtet.

Im ersten nachchristlichen Jahrhundert ist auch das Auftreten des Christentums auf der Insel zu beobachten, das schnell viele neue Anhänger findet. Die ersten Christen bauen zu ihrem Schutz Katakomben. In ihnen vollziehen sie ihre Rituale und bestatten ihre Toten.

Leben gibt es nicht nur in der antiken Stadt Klima. Spuren von Besiedlung sind überall auf der Insel. In Gebieten wie Komia, Pollonia, Panagia i Kastriani, Paliochori, Agia Kyriaki, Provatas, Kipos, Agia Eleni, Angathia und Embourio ist erkennbar, daß Bauern oder Arbeiter auch außerhalb der Stadtmauern wohnten.

Byzantinische Epoche
Nach der Teilung des römischen Kaiserreiches gingen die Kykladen und mit ihnen Milos in das byzantinische Reich über. Die Inseln waren im Verhältnis zur Größe dieses riesigen Reiches eher unbedeutend und so ist es erklärbar, dass uns von den Chronisten und Historikern nur sehr wenige schriftliche Zeugnisse überliefert sind. Das byzantinische Reich war in Militärbezirke aufgeteilt, die sogenannten Themen. Dadurch konnte man auf der einen Seite dem Piratentum in der Ägäis besser begegnen, auf der anderen Seite wurde so die Verwaltung erleichtert. Milos gehörte dem Thema der Ägäis an, das von Rhodos aus verwaltet wurde. Im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. leisteten die Bewohner von Milos häufig aus religiösen Gründen Widerstand gegen den Kaiser. Alle diese Aufstände wurden jedoch blutig niedergeschlagen.

Es gilt als historisch bewiesen, dass Klima im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. bewohnt war. Wahrscheinlich aufgrund verheerender Erdbeben wurde die Stadt jedoch verlassen. Die Bewohner der Insel besiedelten deshalb andere Gebiete wie Komia und Embourio, was durch Kirchenfundamente und Ruinen belegbar ist.

Milos unter der Herrschaft von Venezianern und Türken
Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Franken geraten die ägäischen Inseln unter die Herrschaft der Venezianer. Durch Marco Sanoudo, der als erster Venezianer im Jahre 1207 die Inseln erobert hat, wird das Herzogtum der Ägäis mit Naxos als Zentrum gegründet. Die Herrschaft der Familie Sanoudo hält sich bis zum Jahr 1361. Auch während dieser Zeit bewiesen die Bewohner von Milos ihre Freiheitsliebe. Im Jahre 1268 erhoben sie sich gegen die Venezianer und besetzten die Burg (Kastro). Sie hofften auf die Hilfe der byzantinischen Flotte, die aber nie eintreffen sollte. Durch Wilhelm I. wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen.

Auf die Dynastie der Sanoudo folgte die der Crispi. Nachdem im Jahre 1566 Pialis Pascha die Herrschaft der Türken auf die ganze Ägäis ausgedehnt hatte, erschien Joseph Nasis, ein verschlagener jüdischer Händler aus Lissabon, als letzter Herzog der Kykladen. Gegen eine jährliche Zahlung von 14.000 Dukaten wurde er vom Sultan zum Herzog ernannt und regierte von 1566 bis 1579 durch seinen Stellvertreter, den Juristen Francisco Coronello.

Nach Nasis Tod im Jahre 1580 werden alle Inseln direkt durch Sultan Murat III. regiert, sie behalten jedoch einige Privilegien. Sie sind halbautonom, mit der Verpflichtung freilich, jedes Jahr die Steuern an Kapoutan Pascha, den Abgesandten des Sultans, zu bezahlen. Es ist bezeichnend, dass Milos während der Türkenherrschaft keine türkischen Bewohner hatte, außer denen, die sich auf Rundreise befanden, um das Geschehen auf den Inseln zu beaufsichtigen.

Auf Rundreise befanden sich Kapoutan Pascha, Admiral der Flotte, und ein Kadi, der als Richter für ernste Meinungsverschiedenheiten unter den Bewohnern zuständig war. Manchmal blieb der Kadi auch für längere Zeiträume auf einer Insel. Die Steuern wurden von Bevollmächtigten eingetrieben, die die Gelder jedes Jahr oder alle drei Jahre Kapoutan Pascha übergaben.

In jenen Jahren der Türkenherrschaft suchten häufig Venezianer, Türken oder Piraten mit Zerstörung und Plünderung die Insel heim. Wenn die Piraten nicht kamen, um zu verwüsten, dann blieben sie für längere Zeiträume auf der Insel, wo sie mit ihrer Beute Handel trieben. Joannis Kapsis, ein milesischer Pirat und erfahrener Seemann mit antitürkischer Gesinnung, stellte sich selbst an die Spitze einer sozialen Rebellion. Er wurde vom katholischen Bischof von Milos Kamilis zum König ernannt und herrschte zwischen 1675 und 1678. In diesen drei Jahren fand er bei den Bewohnern von Milos einen derartigen Widerhall, dass sich die Türken genötigt sahen, ihn mit Hilfe einer List festzunehmen. Er wurde nach Konstantinopel gebracht, wo er gehenkt wurde.

Seit dem Winter des Jahres 1771 beherrschten die Russen unter Orloff Milos und die Nachbarinseln. Im Jahre 1774 wurde jedoch die Herrschaft der Türken wiederhergestellt.

Ungefähr zur selben Zeit wird auch Chora, das heutige Zephyria zerstört. Die langsam während des Mittelalters erbaute Stadt erreichte ihre Blüte im 16. und 17. Jahrhundert. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts begannen die Bewohner allerdings die Stadt zu verlassen. Erdbeben, aus dem Boden entweichende giftige Gase, sintflutartige Regenfälle und Malaria zwingen im Jahre 1767 die Bewohner entgültig zur Aufgabe der Stadt. Sie siedeln daraufhin in Kastro und in dem heutigen Plaka. Das ist das Ende einer blühenden, reichen Stadt von 5000 Einwohnern, wie sie von dem Franzosen Joseph Pitton de Tournefort noch um das Jahr 1700 beschrieben wird. Heute trifft der Besucher an dieser Stelle auf das kleine Dorf Zephyria.

Die Revolution von 1821 und die Zeit danach
Der Beitrag von Milos an Menschen und finanziellen Mitteln am griechischen Freiheitskampf gegen die türkischen Besatzer war beachtlich. Im griechischen Raum war Milos die dritte Insel, die sich erhob, und dort fand auch am 11. April 1821 die erste Seeschlacht des Befreiungskrieges statt. Fünfzehn bewaffnete Schiffe aus Spetses, die in Richtung der kleinasiatischen Küste segelten, wurden informiert, dass bei Milos drei türkische Schiffe mit 42 Kanonen vor Anker lägen, die ein Frachtschiff mit Kriegsgerät zur Unterstützung der türkischen Flotte im Ionischen Meer begleiteten. Sofort griffen die griechischen Schiffe an, bemächtigten sich der türkischen Schiffe und brachten sie nach Spetses.

Der Historiker Haris Babounis beziffert allein den finanziellen Beitrag, den Milos zu den Befreiungskriegen leistete, auf 37.000 Piaster in Bargeld. Entscheidend war auch die Weigerung der Lotsen von Milos, im Sommer des Jahres 1823 die Schiffe des Kapoutan Pascha zu begleiten. Einer von ihnen war Petros Mikelis und sein Tod stellte den entgültigen Anlass zur Seeschlacht von Navarino im Jahre 1827 dar. Admiral Codrington hatte ihn zusammen mit einigen anderen Männern zum ägyptischen Befehlshaber Mouharebei entsandt, um mit einem letzten Versuch ein Blutvergießen zu vermeiden und die türkisch ägyptische zum Rückzug von den Dardanellen und Alexandria zu bewegen. Erregt durch vorausgegangene Scharmützel töteten die Türken Mikelis. Daraufhin eröffnete das englische Admiralitätsschiff Asia Feuer und versenkte das ägyptische Admiralitätsschiff innerhalb weniger Minuten. Dieser Vorfall war der Auslöser für die Seeschlacht, die mit dem Sieg der vereinigten Mächte von Rußland, Frankreich und England endete und somit auch den positiven Ausschlag für den griechischen Freiheitskampf gab.

In den Kriegen, die Griechenland zwischen 1912 und 1922 führte, beklagte Milos 107 auf den Schlachtfeldern gefallene Soldaten. Während des I. Weltkrieges wurde der Hafen der Insel als Stützpunkt von Franzosen und Engländern verwendet, gleichzeitig beherrbergte Adamas die Leitung der Flotte der Mittelmeerentente.

Im Verlauf des II. Weltkrieges wurde Milos am 6. Mai 1941 von den Deutschen besetzt. Sofort befestigten sie alle zu ihrer Verteidigung strategisch wichtigen Bereiche der Insel. Bei Bobarda, Pollonia und Kastro waren Geschützstände untergebracht, deren Reste man noch heute sehen kann. Selbst in den Hügel von Adamas hatte man Gänge gegraben, um Lebensmittel und Waffen zu verstecken. Milos leistete erbitterten Widerstand gegen die deutsche Besatzung und vier Jahre später, am 9. Mai 1945, wehte über Milos wieder die Fahne der Unabhängigkeit.

Milos war in jedem Kampf vertreten, den das griechische Volk um seine Existenz, um seine Autonomie und um seine Freiheit führte.

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© Mallis Publishings Konzeption: Mallis edition
Fotos: Nikos Vitsovits
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