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Die Geschichte der Insel - Die Venus von Milo - Mehr Geschichte - Wirtschaftliche Geschichte
 

Tätigkeiten und Erzeugnisse der Bewohner von Milos

Die Insel Milos gilt nicht nur in der Gegenwart, sondern galt schon seit frühester Zeit aufgrund ihres Reichtums an Bodenschätzen und des Fleißes ihrer Bewohner als wirtschaftlich entwickelt.

Bei Grabungen, die vor nicht allzu langer Zeit im Hof des minoischen Palastes auf Kreta vorgenommen wurden, legte man Reste einer vorkeramischen Siedlung frei, die auf das Ende des siebten Jahrtausends v.Chr. geschätzt wird. Der Obsidian, der in größeren Mengen in diesem Bereich gefunden wurde, ist ein weiteres Beispiel für die entwickelten Handelsbeziehungen von Milos mit der ganzen damals bekannten Welt. Außer Kreta lagen spätestens ab dem dritten Jahrtausend v. Chr. auch Zypern und Ägypten im Aktionsradius der milesischen Händler.
Die Bewohner von Milos exportierten nicht nur Obsidian, sondern auch die Technik seiner Verarbeitung. Parallel dazu beginnt auch die Entwicklung der Töpferei, die durch Vorkommen von Ton in bester Qualität auf der Insel begünstigt wird. Die «Miloii amphoreis», die Amphoren aus Milos, gehen als die kunstfertigsten ihrer Zeit (6. bis 7. Jahrhundert v. Chr.) in die Geschichte ein.

Im Laufe der Zeit entstehen durch das Fortschreiten der Zivilisation neue Notwendigkeiten. Die Bewohner der Insel entdecken und exportieren neue Minerale, werden reich, erschaffen großartige Gebäude und Denkmäler wie das Theater, das Stadion, die Venus von Milo und die Poseidonstatue. Und das, obwohl sie von Zeit zu Zeit verschiedenen Feinden unterworfen waren, denen sie einen Tribut zahlen mußten, der größer oder zumindest ebenso groß war, wie der der größten Kykladeninseln. Dasselbe galt auch für die Kriegskassen: fünfzehn Talente bezahlt Milos ebenso wie Naxos und Andros in die Bundeskassen der Athener.

Viele Autoren berichten über die Exporte aus Milos während der römischen Kaiserzeit. Bimsstein, mit dem die römischen Mosaike abgerieben und poliert wurden, die «Milion» genannte Kaolinerde (ein Mineral von weißer Farbe, das von den Malern jener Epoche geschätzt wurde), Schwefel und Alaun (für medizinische Zwecke) werden systematisch exportiert. Die Minen arbeiten ohne Unterbrechung.

Aber das kaufmännische Talent der Bewohner von Milos erschöpfte sich nicht im Handel mit Bodenschätzen. Es findet seine Fortsetzung in den Handelsbeziehungen mit vielen Piraten der Ägäis im 15. und 16. Jahrhundert nach Chr. Die Piraten brachten ihre Beute nach Milos, wo sie sie zu günstigen Preisen verkauften, dort vervollständigten sie die Ausrüstung ihrer Schiffe, dort rasteten sie und dort amüsierten sie sich.

Zur selben Zeit entwickelt sich ein neuer Beruf. Seit spätestens 1580 sind uns die «Piloten von Kastro» bekannt. Die Piloten oder Schiffslotsen waren fähige Seeleute, gebildet und mit Fremdsprachenkenntnissen, die alle Teile des Mittelmeeres gut kannten. Sie waren für ihre Kenntnisse bekannt und überall in Westeuropa gefragt. Jedes Schiff mit Kurs auf das östliche Mittelmeer kam an Milos vorbei, um einen Piloten mitzunehmen, der bei der Rückreise dort wieder abgesetzt wurde.
Der Handelsverkehr von Milos war so rege und die Durchreise fremder Schiffe durch den Hafen war so häufig, dass sich alle europäischen Staaten genötigt sahen, zur besseren Wahrung ihrer Interessen Konsuln oder Vizekonsuln auf Milos zu bestellen. Unter den ersten Ländern, die so verfuhren, waren Holland, Frankreich und Venedig.

Nach der Revolution von 1821 nimmt die Wirtschaft und die Beschäftigung der Bewohner der Insel langsam andere Formen an. Ein kleiner, aber bestimmender Faktor sind die Werften. Im Jahre 1856 sind 21 Schiffe im Register eingetragen und eine bedeutende Anzahl der Bewohner befahren als Seeleute die Meere. Der Verkauf von Gips, Mühlsteinen und Salz wird von nun an staatlich kontrolliert. Die Salzgewinnung von Milos ist eine von sechs, die um das Jahr 1840 in ganz Griechenland in Betrieb sind.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und während des ganzen 20. Jahrhunderts beginnt die systematische Förderung anderer, «neuer» Minerale, deren Nutzung Wissenschaft und Technik gerade erst entdeckt haben.

Auf Milos gibt es große Vorkommen von Bentonit, Kaolin, Perlit und Puzzolan. Kleiner sind die Vorkommen von Schwefel, Baryt und Gips. Die Bildung dieser Minerale ist auf Vulkantätigkeit auf der Insel vor Jahrmillionen zurückzuführen. Sie entstanden durch die Zirkulation von Gasen und flüssigen Stoffen im Inneren eines geothermischen Feldes mit hohen Temperaturen. Die Bodenschätze sind sowohl für den griechischen, als auch für den internationalen Markt von großen Nutzen. Jährlich finden Exporte in ernst zu nehmenden Größenordnungen statt.

Perlit ist ein glasartiges Gestein, das sich bei Erhitzung zwischen 900°C und 1100°C bis zum Zwanzigfachen seines ursprünglichen Volumens ausdehnt. Diese Eigenschaft macht Perlit zu einem ausgezeichneten Isolationsmaterial. Ebenso wird es zur Verbesserung des Erdreichs in Gärtnereien und Treibhäusern eingesetzt.

Bentonit wird zusammen mit gemahlenem Baryt als Isolationsmaterial bei Ölbohrungen verwendet. Außerdem wird Bentonit bei Gussformen in der Eisenindustrie eingesetzt.

Kaolin ist Rohstoff für die Papierindustrie, die Porzellanherstellung, die Produktion von Farben, Sanitärartikeln und Kautschuk.
Puzzolan wird in der Zementfabrikation verwendet.

Auch darf man Ackerbau, Viehzucht und Fischerei nicht vergessen, für viele Bewohner von Milos wichtige Beschäftigungsgebiete seit frühester Zeit.

Obst und Gemüse aus Milos sind besonders wohlschmeckend, weil es größtenteils auf wasserarmen Böden und ohne Kunstdünger gezogen wird. In der Hauptsache werden die folgenden landwirtschaftlichen Produkte erzeugt: Tomaten (Tomatenpüree aus Milos ist sehr aromatisch), Melonen, Wassermelonen, Oliven, Orangen, Mandarinen und Trauben (aus ihnen wird der berühmte milesische Wein gewonnen). Der Anbau von Knoblauch, Weizen und Gerste wird nach und nach zugunsten rationeller Anbauformen wie z.B. Treibhauskulturen, die sich in den letzten Jahren immer mehr durchsetzten, vernachlässigt.

Die Viehzucht ist auf Milos nicht ausgesprochen vertreten. Nur wenige Bewohner der Insel befassen sich damit. Sie halten in erster Linie freiweidende Schafe. Das Fleisch dieser Tiere ist ausgesprochen wohlschmeckend ebenso wie die verschiedenen Käse- und Frischkäsesorten, die aus Schaf- oder Ziegenmilch auf traditionelle Art hergestellt werden. Die Rezepte werden von Generation zu Generation auf der Insel weitergegeben. Die Namen der Käsesorten sind: Mytsithra, Xynomytsithra, Manoura und Skotyri.

Die Fischereiflotte von Milos ist groß genug, um im Winter den Bedarf der Inselbewohner mit frischem Fisch und Hummern zu decken. Sie erweist sich allerdings als zu klein für die Sommermonate, wenn Besucher und Touristen die Insel bevölkern, um sich an ihren Schönheiten zu erfreuen.

Am Ende muss noch über eine wichtige Betätigung einer großen Anzahl der Inselbewohner berichtet werden, die auch die jüngste ist. Es handelt sich um keine geringere als um die Tourismusindustrie. Weil es auf der Insel immer genügend andere traditionelle Tätigkeiten gab, haben erst in den letzten Jahren Bewohner von Milos damit begonnen, sich mit dem Tourismus zu befassen. Sonne, klares Meer und die Farben von Milos sind in verschwenderischer Fülle vorhanden und auch die Anstrengungen der Inselbewohner um eine angemessene Bewirtung ihrer Gäste sind bemerkenswert.


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© Mallis Publishings Konzeption: Mallis edition
Fotos: Nikos Vitsovits
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